Der Ringwall-Krater Hverfjall

Werbung

Auf dem Kraterrand des Hverfjall • Kartendaten von OpenStreetMap und Mitwirkenden

Zwei Kilometer östlich des Myvatn erhebt sich der markante Hverfjall-Krater bis zu 150 Meter über das umgebende Gelände. Sein beinahe kreisrunder Kraterrand hat einen Durchmesser von etwa einem Kilometer. Dieser Ringwall-Krater ist Teil der südlichen Krafla-Vulkanregion.

Der Hverfjall entstand vor rund 2500 Jahren innerhalb eines oder nur sehr weniger Tage. Flüssiges Magma traf auf das Grundwasser und erzeugte Unmengen an komprimiertem Wasserdampf, welcher die Deckschicht explosionsartig wegsprengte. Dabei wurden rund 250 Millionen Kubikmeter aus dem Inneren der Erde stammendes Gestein unter großem Druck ans Tageslicht befördert. Massereiche Gesteinsbrocken blieben in der Nähe der Ausbruchstelle liegen, leichtere verteilten sich weiträumig in der Umgebung.

Der gesamte Krater besteht aus Tuff, also aus einstiger vulkanischer Auswurfmaße, welche in ihren Hauptbestandteilen eine Mischung aus Lava, Asche, Staub und diversen, im Erdinneren entstandenen Gesteinsarten darstellt. Tuff ist ein sehr poröses und relativ weiches Gestein, was es empfindlich macht gegen Verwitterung, aber auch gegen vom Menschen verursachte Erosion - z.B. durch Wanderer. Daher dürfen die Wege auf dem Hverfjall nicht verlassen werden. Ein wildes Herumklettern am Kraterhang oder gar ein Hinabsteigen in das Innere des Hverfjall sind also nicht erlaubt.

Krater aus Tuffgestein sind relativ selten. Mit dem Lúdentskál gibt es rund 4 Kilometer südöstlich des Hverfjalls einen weiteren kleineren Tuffkrater in der Myvatn-Region. Ansonsten findet man diese Art Krater noch auf Hawaii und in Oregon.

Der Kraterrand ist im Südosten und im Nordosten am höchsten. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs herrschte vermutlich wechselhafter Wind aus Westen und Nordwesten. Dieser wehte das pyroklastische Material entsprechend der Windrichtung vom Auswurfzentrum weg. Wer den Krater auf seinem Rand einmal umrundet, geht auf dieser etwas mehr als drei Kilometer langen Strecke also mehrmals bergauf und bergab.

In der Mitte des Hverfjall-Kraters befindet sich eine kegelartige, rund 20 Meter hohe Erhebung - ähnlich eines Zentralberges, wie man sie häufig bei großen Einschlagskratern antrifft. Dennoch hat hier einst kein Meteorit mit der Erde Kontakt aufgenommen, sondern der Krater ist zweifelsfrei ein Ergebnis des Vulkanismus direkt an der Grenze der beiden mächtigen eurasischen und amerikanischen Kontinentalplatten.

Zwei interessante Wanderrouten führen auf den Kraterrand hinauf. Eine beginnt im Norden am Parkplatz an der Grjótagja-Höhle und die andere im Südwesten am Parkplatz Dimmuborgir. Von diesen beiden Startpunkten aus haben Sie die besten Möglichkeiten, den Hverfjall zu erwandern.

Wer nicht so weit laufen kann (oder will), hat dennoch eine weitere Möglichkeit, den Ringwall zu erklimmen. Ein von der Straße Nr. 848 gut einen Kilometer südlich des Campingplatzes Vogar abzweigender Fahrweg führt im Norden bis nahe an den Aufstiegsweg zum Hverfjall heran. Es gilt dann trotz allem, diesen steilen und steinigen Pfad noch zu bewältigen.

Die Wege zum und auf dem Krater sind nicht barrierefrei - im Gegenteil. Viele größere Unebenheiten sind auf dem Weg zum Gipfel zu überwinden. Eine gewisse körperliche Fitneß und keine nennenswerten Einschränkungen in der Beweglichkeit sind also Grundvoraussetzungen für den Aufstieg auf den Hverfjall-Krater.

Oben angekommen, werden Sie dafür bei entsprechendem Wetter mit einer schönen Aussicht auf die gesamte Umgebung belohnt. Sie sehen u.a. den Myvatn im Westen, den imposanten Hlíðarfjall im Norden und den Krafla etwas weiter östlich von diesem. Ebenfalls im Norden sind gut die weißen Dampfwolken im Gebiet der Solfataren am Námafjall zu erkennen.

Werbung

Mehr Informationen

Der Myvatn (Mückensee)Die Dimmuborgir

In der näheren Umgebung befinden sich:
Der Godafoss-Wasserfall


Island - allgemeine Informationen

 Diese Website verwendet Cookies von Drittanbietern. Mehr Informationen