Der Godafoss-Wasserfall

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Standort des Aussichtspunktes am Godafoss-Wasserfall • Kartendaten von OpenStreetMap und Mitwirkenden

Der Godafoss-Wasserfall (Góðafoss) ist ein besonders imposanter Wasserfall im Norden Islands. Er stellt den untersten und eindrucksvollsten Teil einer mehrstufigen Kaskade dar und liegt direkt an der Nationalstraße 1 (Ringstraße). Das Wasser des am Fuße des Vatnajökull entspringenden Flusses Skjálfandafljót stürzt hier geräuschvoll etwa 12 Meter in die Tiefe.

Nicht zuletzt auf Grund seiner leichten Erreichbarkeit gehört der Góðafoss zu den beliebtesten Ausflugszielen im Norden der Insel. Der Wasserfall ist ein beeindruckendes Naturschauspiel in einem an natürlichen Attraktionen ohnehin reich gesegneten Land.

Direkt an der Straße steht am Ostufer des Skjálfandafljót ein Restaurant und kleiner Laden für Lebensmittel und Andenken. Über eine Fußgängerbrücke können Sie den reißenden Fluß überqueren und so zum Aussichtspunkt gelangen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, am gleichen Ufer wenige hundert Meter bis zum Wasserfall zu laufen. Von der genannten Brücke, über welche bis 1930 die Ringstraße verlief, haben Sie bereits einen schönen Blick auf den Wasserfall. Ebenfalls von der Ringstraße führt westlich der Brücke ein Abzweig von Norden bis ca. 150 Meter an den Godafoss-Wasserfall heran.

Den mehrteiligen Wasserfall umgibt ein Umfeld aus Lavagestein. Dieses entstand vor etwa 8000 Jahren durch den Ausbruch des rund 100 Kilometer weiter südlich gelegenen Vulkans Trölladyngja, welcher sich unweit des Nordrandes des Vatnajökull erhebt. Das Auge blickt auf unzählige bizarre Basaltgebilde. Eine empfindliche Vegetation bedeckt die dünne Erdschicht über dem Vulkangestein.

Der Góðafoss ist insgesamt ungefähr 50 Meter breit. Er unterteilt sich in mehrere, durch Felsklippen getrennte Abschnitte. Man kann den Wasserfall bereits von der Straße aus sehen. Gischtwolken hüllen den unteren Bereich des Wasserfalls in einen halbtransparenten Nebel ein.

Wer auf der Nationalstraße 1 unterwegs ist, kann den Wasserfall kaum verfehlen. Er ist sogar von dieser um ganz Island herumführenden Ringstraße aus zu erkennen. Von Aukreyri aus werden auch Busfahrten zum "Góðafoss" angeboten.


Die Legende berichtet, daß der heutige Name des Wasserfalls auf den Goden (heidnischer Priester) Thorgeir (Þorgeir) von Ljosavatn zurückgeht. Dieser einflußreiche Stammesführer nahm im Jahre 1000 an einem Thing teil, auf welchem er das Christentum als neue Religion durchsetzte. Anschließend warf er auf dem Heimweg die Bildnisse der bisherigen Götter in den tosenden Wasserfall. Seither trägt dieser den Namen Góðafoss (Götter-Wasserfall).

Den historischen Hintergrund stellt die mutmaßliche Drohung des Norwegerkönigs Olaf dar, bei Nichtannahme des Christentum durch die Isländer den Handel mit Holz einzustellen. Dieses Material war aber für den Bau von Schiffen dringend notwendig, da die Bewohner der Insel praktisch alle einst darauf befindlichen Bäume abgeholzt hatten.

Der Überlieferung nach sollen Óðin und seine Getreuen gelassen auf diesen Frevel reagiert haben. Die nordische Religion gilt nicht umsonst als vergleichsweise friedlich. In unseren Tagen sind die Anhänger des Glaubens an die alten Göttern unter der Bezeichnung "Asatru" (Ásatrúarfélagið) eine offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft in Island.

Und stellt nicht letztendlich die Benennung des Wasserfalls eine sehr diskrete und von den neuen geistlichen Würdenträgern nur schwer sanktionierbare Huldigung an Óðin, Þor und Co. dar? Immerhin bleibt die Existenz des nordischen Pantheons so stets für jedermann in Erinnerung. Vielleicht sollte man zur Veranschaulichung der nordischen Götterwelt entsprechende Statuen aufstellen? Dies wird andernorts schließlich auch so gehandhabt - gute diesbezügliche Erfahrungen macht bereits seit längerer Zeit die Stadt Thale im Harz.

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