Kreta - Der Mythos vom eisernen Riesen Talos

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Nach Aussage der griechischen Mythologie war Talos ein Riese mit einem Stierkopf und bestand ganz aus Metall. Er wurde vom Feuergott Hephaistos geschaffen und war ein Geschenk des Göttervaters Zeus für seine Geliebte Europa.

Talos lebte auf der Insel Kreta in der Melidoni-Höhle. Er bewachte die Insel und überbrachte ihren Bewohnern die Gesetze des König Minos. Täglich umkreiste Talos dreimal die Insel. Dabei peilte der eiserne Riese mit seinen magischen Augen die Schiffe an, die sich der Insel zu sehr näherten. Diese bewarf er dann mit großen Steinen. Außerdem konnte Talos große Hitze abstrahlen und seine Gegner dadurch verglühen lassen.

Der metallene Wächter von Kreta war unverwundbar, hatte aber einen einzigen Schwachpunkt an seinem Knöchel: ein bronzener Nagel war nur leicht mit Haut bedeckt. Dahinter befand sich eine Ader mit seinem Blut.

Als die Argonauten auf ihrer Rückfahrt aus Kolchis und der Eroberung des Goldenen Vlieses an Kreta vorbeikamen, wollten sie auf der Insel ihre Wasservorräte auffüllen. Talos entdeckte sie schon von weitem und bewarf sie mit Steinen. Daraufhin beschwor die die Argonauten begleitende Zauberin Medea die Geister und veranlaßte sie, dem Talos Trugbilder vorzugaukeln. Dieser verlor dadurch die Orientierung und stieß mit seinem Knöchel an einen Fels. Dabei sprang der bronzene Nagel heraus und es quoll das weiße Blut des Talos aus der Wunde hervor. Der metallene Riese verlor das Gleichgewicht und stürzte mit lautem Krach ins Meer.

In einer der unzähligen Buchten an Kretas Küste rostet der antike Mann aus Metall vermutlich noch heute vor sich hin.

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