Knossos

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Knossos - teilrekonstruierter Säulenkorridor des Nordeingangs zum Palast
teilrekonstruierter Säulenkorridor am Nordeingang des Königspalastes
von Knossos • Foto: mm

Knossos war in der Antike eine Großstadt und beherbergte in ihrer Blütezeit etwa 100.000 Einwohner. Sie war die bedeutendste Stadt der minoischen Kultur. In ihrem Zentrum stand der Palast des sagenhaften König Minos.
Knossos ist heute die größte und bekannteste Sehenswürdigkeit der Insel Kreta. Zehntausende Touristen besuchen jährlich dieses größte Ausgrabungsgelände der Insel. Die Reste der eindrucksvollen antiken Siedlung liegen etwa fünf Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt Irakleion.

Kernst ück der archäologischen Grabungsstätte und gleichzeitig Mittelpunkt des Besucherinteresses ist der einstige Palast des König Minos. Dieses auf einem teilweise künstlich angelegten Hügel stehende Bauwerk war mehrere Stockwerke hoch.
Der Palast besaß insgesamt etwa 1400 Räume und wurde im Verlauf der Geschichte mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die älteste Palastanlage stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 3000 bis 2000 Jahre v. Chr.. Ein jüngerer Palastbau ist etwa 3600 Jahre alt. Beide Palastanlagen waren etwa gleich groß und in ihren Ausmaßen gewaltiger als der heutige Londoner Buckingham-Palast.

Stadt und Palast wurden um 1450 v. Chr. vermutlich durch ein Erdbeben nach einem Vulkanausbruch auf der Insel Thira stark beschädigt. Der Palast konnte danach nur teilweise wieser aufgebaut werden, denn bereits um das Jahr 1400 v. Chr. zerstörten die mykenischen Heerführer die verbliebenen Reste der Stadt sowie des Palastes. Damit endete die minoischen Kultur auf der Insel Kreta.

Erste spärliche Ausgrabungen an dieser historischen Stätte erfolgten im Jahre 1878 durch den Griechen Kalokairinos. Ab dem Jahre 1900 wurden sie im großen Stil durch den Briten Arthur Evans vorangetrieben. Die Forscher entdeckten in der Folgezeit einen mehr als zwei Hektar umfassenden Gebäudekomplex mit zahlreichen Sälen, Innenhöfen, Treppen, Magazinen und anderen Räumen in allen Größen. Außerdem stießen sie auf zahlreiche Funde, welche auf einen Stierkult hindeuteten.
Sehr viele der Grabungsfunde werden heute im Archäologischen Museum von Irakleion aufbewahrt.

Zahlreiche der Ruinen des Palastes wurden fragmentarisch restauriert. Die dabei verwendete kräftige Farbgebung ist unter Archäologen und Historikern nicht unumstritten. Sie ist zwar sehr eindrucksvoll, aber geschichtlich nicht belegt.
Auf dem Gelände des Palastes sehen Sie u.a. die antike Wasserversorgung und WCs, die Gemächer des Königs und der Königin, den Thron des Minos sowie zahlreiche beeindruckende Wandgemälde mit Tieren und Fabelwesen.

Das Bauwerk gibt den Fachleuten noch viele Rätsel auf. So finden sich hier z.B. mehr als 400 mannshohe Tonkrüge mit einem Fassungsvermögen von insgesamt mehr als 200.000 Litern. Sie müssen noch vor dem Bau der umgebenden Mauern aufgestellt worden sein, da sie nicht durch die Türöffnungen hindurchgepasst haben. Wie unpraktisch, falls mal einer von ihnen kaputt gehen sollte...
Laut Aussage der Archäologen handelte es sich bei diesen Gefäßen einst um Vorratsbehälter für Öl, Wein und Getreide.

Das sagenhafte Labyrinth, in welchem der griechischen Mythologie zufolge der Minotauros gefangen gehalten wurde, konnte bisher nicht gefunden werden. Vermutlich aber war der Palast mit seinem verwirrenden Grundriß selbst dieses mystische "Labyrinth".

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